Am 15.03.2018 wurden Insolvenzanträge bei diversen P&R-Gesellschaften gestellt. Damit endete die zweiwöchige Zitterpartie seit Bekanntgabe von Zahlungsverzögerungen. Für die über 50.000 Anleger bleiben viele Fragen offen. Spannend wird es vor allem sein, ob es tatsächlich sämtliche Container gibt und ob sie auch den Anlegern – wie vertraglich vorgesehen – gehören. Auch die aufsichtsrechtlichen und politischen Dimensionen für die gesamte Branche wird sich erst noch zeigen.

Wie das Handelsblatt gemeldet hat, wurde für die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&R Gebraucht-Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH der Münchner Insolvenzverwalter Michael Jaffé bestellt. Für die P&R Container-Leasing GmbH nannte das Insolvenzgericht Phillip Heinke aus der Kanlzei Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Liegt ein Schneeballsystem vor ?

Viel wurde bereits über die Frage geschrieben, ob die Angaben in dem Prospekten von P&R vollständig gewesen sind. Beispielsweise wurde bereits frühzeitig moniert, dass das tatsächliche Alter der Container nicht angegeben worden ist. Viel wurde bereits über die weitere Frage geschrieben, wie abhängig P&R vom Neugeschäft gewesen ist. Welche Rolle spielte der Umsatzeinbruch von 40 % im Jahr 2017 ? Waren die Mietunterdeckungen von 2014 bis 2016 mit zum Teil deutlich über einer halben Milliarde EUR auch schon vorher angefallen ?

Auffallend ist auf jeden Fall, daß die Investmentfirma den Anlegern über lange Zeit zu hohe Mieten und überhöhte Rückkaufpreise für die Container bezahlt hat. So sollten hohe Renditen erzeugt werden, mit denen die Vertriebsleute dann Werbung machen konnten. Ein solches System funktioniert abe nur so lange, wie genügend neues Anlegergeld nachkommt.

Haben Berater Risiken verschleiert ?

Finanzberater und Bankmitarbeiter, die P&R Container wärmstes empfahlen und vermittelten, können haftbar gemacht werden, wenn sie die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells nicht ausreichend geprüft haben. Angesichts der o.a. Fakten kann ein Berater schwerlich behaupten (und beweisen), daß er dieser Pflicht nachgekommen ist.

Neben Totalverlust droht Rückzahlung der Ausschüttungen

Es droht nicht nur der Totalverlust der Anlegergelder, sondern auch die Pflicht zur Rückzahlung von Ausschüttungen aus der Vergangenheit !

Wenn nämlich bei P&R eine Art von Schneeballsystem festgestellt werden würde, könnte der Insolvenzverwalter gemäß BGH-Rechtsprechung diese sogenannten Scheingewinne zurückfordern. Damit wären tausende von Anleger, deren Container-Modelle in den letzten Jahren erfolgreich zurück gezahlt wurden, plötzlich dem Risiko einer Rückforderung erhaltener Ausschüttungen bzw. des wieder erhaltenen Kapitals ausgesetzt.

Schadenersatzansprüche prüfen lassen….

Nach den bisherigen Erkenntnissen der von der Kanzlei Zagni vertretenen Anleger bestehen gute Chancen, Schadenersatzansprüche gegen die damaligen Berater durchzusetzen.

Bereits seit 2014 gibt es erhebliche Zweifel an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des P&R - Geschäftsmodell. Nach unserer Meinung haften die Berater deshalb auf Schadenersatz, da sie das Geschäftsmodell nicht auf Herz und Nieren geprüft haben, mithin keine sogenannte Plausibilitätsprüfung vorgenommen haben.

Kostenlose Erstberatung Ihrer Ansprüche

Für eine erste Vorprüfung Ihrer Ansprüche stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.

 

Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt / Fachanwalt für
Bank- und Kapitalmarktrecht