Verschärft wird dies nun durch den angekündigten Rückzug der Commerzbank AG und der HSH Nordbank. Diese muß ihr Geschäft stark reduzieren, um EU-Auflagen zu erfüllen. Die Banken haben "faule" Schiffskredite in zweistelliger Milliardenhöhe in ihrem Büchern stehen.

Jahrelang hatten sie Geld für riskante Finanzierungen gegeben, die Fonds aggressiv vermarktet und so ein Überangebot mit erzeugt. Nun treten sie den Rückzug an.

Als Folge dessen plant beispielsweise der Hamburger Lloyd Fonds die Bündelung von sechzehn Einzelschiffsfonds mit rd. 6.000 Anlegern unter einem gemeinsamen Dach, um somit leichter an frisches Kapital zu kommen. Geplant ist, unter dem Namen „Ocean 16“ sechzehn Frachtschiffe in einer Gesellschaft zu bündeln. Lloyd-Fonds steht in Verhandlung mit einer deutschen Bank, die das Kapital bereitstellen soll, um die Kredite der einzelnen Fonds abzulösen.

Die große Mehrheit der Fonds ist derzeit noch Darlehensnehmer der HSH Nordbank, die aber offensichtlich die Darlehen über 2014 hinaus nicht verlängern wird.

Die Krise der Branche trifft auch tausende deutsche Anleger, die in einer der gut 1.430 Schiffsbeteiligungen investiert haben.

Es besteht die begründete Gefahr, dass die über 275.000 Anleger, die insgesamt über 32 Mrd. EURO in Containerschiffe, Tanker oder Frachter investiert haben, erhebliche Verluste bis zum Totalverlust erleiden.

Es steht zu befürchten, dass wieder einmal der Anleger der große Verlierer ist, während in den letzten Jahren die übrigen Beteiligten sehr gut verdient haben. Geschädigte sollten etwaige Ansprüche fachkundig prüfen lassen. Auf die Verjährung von Ansprüchen wird ausfrücklich verwiesen.

Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt / Fachanwalt für
Bank- und Kapitalmarktrecht