Das Emissionshaus Hanse Capital hatte den Flotten-Fonds im Jahr 2005 mit einem Eigenkapitalvolumen von EUR 37,7 Mio. aufgelegt, hinzu kamen rd. EUR 43,3 Mio. Fremdkapital (Darlehen). Der Fonds hatte jeweils EUR 9,4 Mio. in die vier 1.129-TEU-Frachter HC Julia, HC Klara, HC Laura und HC Maria investiert, deren einzelne Gesellschaften ebenfalls insolvent sind.

In der Bilanz für 2009 wurde bereits ausgeführt, dass aufgrund der schwierigen Liquiditätslage des Fonds sowie der weiterhin schwachen Erlöse in 2009 lediglich der Schiffsbetrieb aufrechterhalten werden könne. Notwendige technische Investitionen in den Substanzerhalt der Fondsschiffe mussten deshalb zurückgestellt werden. Für das Jahr 2010 hat Hanse Capital noch keine Leistungsbilanz vorgelegt.

Die planmäßigen Tilgungen der Schiffshypothekendarlehen konnten bereits ab Anfang 2009 nicht mehr erbracht werden. Da ein Notverkauf eines oder mehrerer Schiffe zu damaligen Niedrigstpreisen drohte, wurde im August 2009 eine Kapitalerhöhung beschlossen, die mit zusätzlichen Darlehensmitteln verbunden war. An dieser Kapitalerhöhung beteiligten sich 787 der insgesamt 1.184 Anleger mit insgesamt EUR 2,62 Mio., woraufhin die Schiffshypothekenbank einen weiteren Kredit von 3 Mio. US-Dollar zur Verfügung stellte.

Auszahlungen an die Anleger blieben (weiterhin) komplett aus.

Zweifel an dem gesamten Fondskonzept nebst Prognoserechnungen und Kalkulation bestanden bereits seit der Emission im Jahr 2005. Dies bereits deshalb, da die erworbenen Schiffe zu diesem Zeitpunkt bereits neun Jahre alt gewesen sind und nach Ansicht zahlreicher Experten viel zu teuer eingekauft wurden. Weiterer Kritikpunkt damals: die utopischen Höhen der kalkulierten Anschlusscharter.

Es gilt als nahezu sicher, dass das gesamte Kapital der Anleger vollständig verloren ist.

Sollten die Anleger nicht über sämtliche Risiken dieser Beteiligung anlässlich der Beratungen aufgeklärt worden sein, bestehen gute Ansatzpunkte für einen Schadenersatzanspruch. Wir raten geschädigten Anlegern an, ihre etwaigen Schadenersatzansprüche fachkundig prüfen zu lassen.

Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt / Fachanwalt für
Bank- und Kapitalmarktrecht