Die Vertriebsmasche fand immer nach demselben Muster statt:

Man bewarb Kunden, die sich von Lebensversicherungen trennen möchten und denen vom „Anlageberater" erklärt wurde, dass eine Kündigung sinnvoll sei. Gegen ein großzügiges Zinsversprechen bis zu 10 % jährlich nehme die prime select AG die so freigesetzten Gelder als so genannte „Nachrangdarlehen" auf. Damit bezeichnet man Darlehen, die so gut wie nicht gesichert sind und bei denen man von Anfang an erkennen konnte, dass sie nicht zurückgezahlt werden sollten.

Vollmundig wurde dann den Anlegern durch die Vertriebsmitarbeiter bzw. dene Werbebroschüren der prime select AG versprochen, dass dieser „Darlehensbetrag" durch monatliche Zins- und Tilgungsleistungen mehr als das doppelte des eingesetzten Kapitals zurückbezahlt werden sollte.

Wie die prime select AG diese hohen Zins- und Tilgungsleistungen aufbringen wollte, bleibt wohl ihr Geheimnis. Die Gesellschaft weist gerade einmal ein Grundkapital von EUR 100.000,00 auf. Erschwerend kommt hinzu, dass solche Geschäfte eine Erlaubnis der Finanzaufsichtsbehörde BaFin bedürfen, die die prime select AG selbstverständlich nicht besaß.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München verschwiegen ...

Verschwiegen wurde sicherlich des Weiteren von den meisten "Anlageberatern", dass die Staatsanwaltschaft München bereits seit 2009 gegen Florian Gleich und diverse seiner Firmen ermitteln. Es geht hierbei nicht nur um verbotswidrige Bankgeschäfte, die jedenfalls die weitere Gesellschaft von Florian Gleich, die GSM GmbH, betrieben hat.

Eigentlich nahezu folgerichtig zahlt die prime select AG bereits seit April 2011 die vertraglich zugesicherten Zins- und Tilgungsleistungen an die Anleger nicht mehr aus.

Insolvenz der prime select AG folgerichtig ....

Das Geld scheint der prime select AG auszugehen: am 14.03.2012 ordnete das Amtsgericht München das vorläufige Insolvenzverfahren an und bestellte Rechtsanwältin Sabine Prager zur vorläufigen Insolvenzverwalterin (AZ: 1504 IN 798/12).

Totalverlust der Anlegergelder droht ....

Ob die Policenverkäufer jemals ihr Geld wieder sehen, bleibt abzuwarten. Angesichts der bisherigen Geschäftszahlen steht zu befürchten, daß sie erhebliche Verluste erleiden werden. Um so wichtiger ist es für die Geschädigten, so schnell als möglich ihre Ansprüche geltend zu machen.

Die Kanzlei ZAGNI Rechtsanwalt vertritt bereits zahlreiche Geschädigte sowohl gegen die prime select AG als auch gegen die damaligen „Anlageberater". Letztere haften unseres Erachtens bereits deshalb auf Schadenersatz, da sie die wirtschaftliche Plausibilität des angebotenen Geschäftsmodells als auch die Seriosität der prime select AG bzw. deren Hintermänner nicht einmal ansatzweise geprüft haben (können).

Wir raten daher Darlehensgeber der prime select AG bzw. der GSM AG dringend an, die Verträge und daraus resultierende etwaige Ansprüche von einem fachkundigen Anwalt prüfen zu lassen. Selbstverständlich stehen wir für eine erste Vorprüfung zur Verfügung.


Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt / Fachanwalt für
Bank- und Kapitalmarktrecht