ZagniRechtsanwalt



Zahlreiche offene Immobilienfonds wie KanAm, DEGI oder P2 Value werden liquidiert

Offene Immobilienfonds galten bislang als sichere Anlagemöglichkeit, als "risikolos" und "mündelsicher" wurden Anteile an tausende von Kleinanlegern verkauft. Nun bekommen Anleger die Tücken dieses Produkts zu spüren: zahlreiche Fonds frieren die Anteile ein, andere Fonds werden ganz geschlossen. Kursverluste können dramatisch ausfallen, ein Totalverlust kann nicht ausgeschlossen werden. ...

Zuletzt wurde bekannt, dass die offenen Immobilienfonds KanAm US-GRUNDINVEST, DEGI EUROPA und MORGAN STANLEY P2 VALUE für immer geschlossen werden. Für die Anleger, denen diese Produkte oft als so sicher wie Festgeld, oftmals als Alternative zum Sparbuch, verkauft wurden, hat dies dramatische Verluste zur Folge. Die Immobilien werden nunmehr in den nächsten Jahren verkauft und die Erlösenach Abzug der Schulden und Gebühren an die Investoren ausbezahlt.

Nach einer Erhebung des "Finanztest" (Ausgabe 2/2011) hat sich bei der Empfehlung, in offene Immobilienfonds zu investieren, insbesondere die Commerzbank AG (früher: Dresdner Bank AG) negativ hervorgetan. Der Finanztest vermutet hierbei sogar "... ein methodisches Vorgehen seitens der Bank".

Zahlreiche andere Fonds haben die Anteilsrücknahme ausgesetzt, was sie bis zu 2 Jahre dürfen. Danach muß sich die Fondsgesellschaft entscheiden, ob sie wieder Anteile zurück nimmt oder den Fonds abwickelt. Von rund 85 Milliarden Euro an Kundengeldern, die die Branche insgesamt verwaltet, sind nach Angaben im "Der Spiegel" (Ausgabe 8/2011) zur Zeit etwa 25 Milliarden Euro eingefroren, d.h. die Anlger kommen nicht an ihr Geld ran.

Anlegern bei AXA IMMOSELECT und SEB IMMOINVEST können ebenfalls Verluste drohen. Der Kurs des AXA IMMOSELECT schwankte zuletzt deutlich. Der SEB IMMOINVEST geriet laut einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeiger vom 25.10.2010 mit Verlusten von 15 % unter Druck. Gerade für Anleger des SEB IMMOINVEST kann so das zweite Anlagedrama eintreten. Der Fonds wurde sehr offensiv von der TARGOBANK (früher: CITIBANK) zur Risikominderung für Depots empfohlen, die durch den gleichzeitigen Rat, Risikozertifikate der US-Pleitebank LEHMAN BROTHERS zu kaufen, in der Ausrichtung zu riskant zu werden drohten.

Zur Zeit haben noch folgende weitere Fonds die Anteilsrücknahme ausgesetzt: DEGI INTERNATIONAL, CS Euroreal A EUR, UBS (D) 3 SectorReal Estate Europe, TMW Immobilien Weltfonds, DB Immoflex der Deutschen Bank - Tochter DWS sowie der Dachfonds Premium Management Immobilien-Anlagen PMIA von Allianz Global Investors (AGI).

Die Deutsche Bank teilte im Dezember 2011 ihren Kunden lapidar mit, daß ihre Tochter DWS den db ImmoFlex auflösen wird.

Exklusive Vertriebsgesellschaft für den PMIA war die Commerzbank AG, die seit dem 19.05.2008 von rund 50.000 Anlegern insgesamt ca. 1,7 Milliarden EURO eingesammelt hat.

ZagniRechtsanwalt sieht unter folgenden Voraussetzungen Chancen, Schadenersatzansprüche gegen die Anlageberater geltend zu machen: 

  • Im Anlagegespräch wurde verschwiegen, dass es sich auch bei offenen Immobilienfonds um Anlageprodukte handelt, bei denen erhebliche Verluste eintreten können. Gerade Anleger, die vorher nur in einlagensicheren Produkten wie Spar- oder Festgeld angelegt hatten, müssen auf die Unterschiede in den Risiken deutlich hingewiesen werden.
  • Im Anlagegespräch wurde verschwiegen, dass die Rücknahme der Fondsanteile ausgesetzt werden kann. Dies betrifft vor allem Anleger, die auf fortlaufende Entnahme aus Alters- oder Krankheitsgründen oder zum Ausgleich der laufenden Kosten angewiesen sind.
  • Fondsanteile werden während der „Einfrierphase“ einfach weiterverkauft, ohne einen Warnhinweis auf die möglichen Probleme mit der Rückgabe zu geben.
  • Fondsanteile werden mit Ausgabeaufschlägen verkauft, obwohl der Anleger die Fondsanteile über die Börse preiswerter erhalten könnte. In diesem Fall bejaht auch die Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin Schadenersatzansprüche. 

Auf die mögliche Verjährung von Schadenersatzansprüchen wird hingewiesen: Ansprüche verjähren beim Erwerb von Fondsanteilen in der Zeit vom 01.04.1998 bis zum Ablauf des 04.08.2009 in drei Jahren nach dem Erwerb. Es sollte also schnellstmöglich eine anwaltliche Beratung zur Klärung möglicher Ansprüche in Angriff genommen werden, wenn die jetzt erkennbaren Probleme im Anlagegespräch unter dem Stichwort „mögliche Risiken“ keine Rolle gespielt haben.

Die Kanzlei ZagniRechtsanwalt vertritt geschädigte Anleger zahlreicher offener Immobilienfonds.

 

Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt und Fachanwalt
für Bank- und Kapitalmarktrecht

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