ZagniRechtsanwalt


Besorgniserregende Nachrichten aus der Schweiz

Die Swisskap AG mit Sitz in Fällanden (Schweiz) hat 2005 eine Unternehmensanleihe emittiert. Das Volumen sollten sich auf rd. EURO 40 Millionen belaufen. Bis zum 30. April 2010 versprach die Swisskap AG eine jährliche Verzinsung von 5,75 %. Nach diversen Informationen hat die Anleihe allerdings nur ein Volumen von rd. EURO 10 Millionen erreicht. Wie viele Anleger insgesamt betroffen sind, ist noch unklar.

Denn die Gesellschaft hat die zum 30.04.2008 fälligen Zinsen nicht bedient und musste mittlerweile öffentlich einen Liquiditätsengpass einräumen.

Nunmehr verschickt die Firma Swisskap AG an Anleger Schreiben, in denen sie diese um Zahlungsaufschub bis zum 31.08.2008 bittet, da sie „vor einer größeren Reorganisation stehen“ würde, die „eine Konsolidierung der heutigen Situation und einen weiteren Ausbauschritt des Unternehmens vorsehen“ würde. Des weiteren heißt es in diesem Schreiben, dass es sich bei der Reorganisation um eine komplexe Angelegenheit handeln würde und dass sich deshalb bei der Umsetzung der abgeschlossenen Verträge Verzögerungen ergeben hätten.

Diese Ausführungen sind vollkommen unglaubhaft, zumal bereits 2007 wiederholt und unter Konkursandrohung wegen Forderungen von Anlegern in Höhe von insgesamt SFr. 1,7 Millionen in das Gesellschaftsvermögen vollstreckt worden ist. Auch 2008 stehen bereits acht Beitreibungen mit einer Gesamtforderung von rd. SFr. 144.000,00 aus.

Jedenfalls ermöglicht die öffentliche Einräumung des Liquiditätsengpasses den Anlegern die Möglichkeit, ihre Anleihe fristlos zu kündigen und somit aus der bis 2010 laufenden Anleihe auszusteigen. Mittlerweile haben die Verwaltungsräte der Swisskap AG, Urs Martin Romer und Patrick Bernhart, erste Kündigungen anerkannt. Dadurch sind die Anlegergelder mit sofortiger Wirkung zur Rückzahlung fällig.

Bereits 2005 warnte das Deutsche Institut für Anlegerschutz (DIAS) vor diesem Investment. 2006 berichtete Börse Online negativ über das Unternehmen. Im selben Jahr berichtete „Der Spiegel“ über mögliche Verbindungen zwischen der Swisskap AG und der inzwischen insolventen DM-Beteiligungen.

Dass diese Warnungen nicht ganz aus der Luft gegriffen waren, zeigt sich ja durch diese neueste Entwicklung:

Mit Verfügung vom 13.02.2009 hat der Konkursrichter des Bezirksgerichts Uster über die Gesellschaft den Konkurs eröffnet; demnach ist die Gesellschaft aufgelöst. Nennenswerte Vermögenswerte der Gesellschaft wurden nicht gefunden - somit dürfte es sich mal wieder um einen Kapitalanlagenbetrug handeln.

Wir vertreten zahlreiche Geschädigte sowohl gegenüber dem Insolvenzgericht als auch gegen die damaligen Vermittler.

Patrick M. Zagni

Rechtsanwalt/Fachanwalt für
Bank- und Kapitalmarktrecht

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